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Im Juni 2006 feierte das Schloß Hochhaus 150 Jahre Gastronomie! Die folgenden Zeilen beschreiben, wie es dazu kam… Ein definitives Gründungs- bzw. Entstehungsjahr ist leider unbekannt. Im Jahre 788 wird zwar ein „Hohus“ genannt und erwähnt, da aber der Renaissancestil erst zwischen 1520 und 1650 entstand, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um unser Schloß Hochhaus.
Eine Ringmauer mit Rundtürmen (Fischer- und Jägerturm) wurde aufgezogen, aber auch ein Wirtschaftsgebäude wurde errichtet. Diese Abgrenzung bildete einen Platz, den so genannten Pflegerhof, in dem auch Jahrmärkte abgehalten wurden. Dieses gemeinsame Ganze hatte nun einen schlossähnlichen Charakter angenommen, die Einbürgerung des Namens „Schloß Hochhaus“ war nur mehr die logische Folge.
Das ehemalige Archiv, in dem der Pfleger Josef Steinböck am 8. November 1844 Selbstmord verübte, diente als Gaststube. Der arme Pfleger war wohl seinen beruflichen Aufgaben in der damaligen wirren Zeit nicht mehr gewachsen. Dazu gibt es eine Sage: Trotz des Selbstmordes wurde er aber feierlich begraben. Alles ging "prangen" und kostbare Leinwand trug man als Spalier. Wie sich der Leichenzug dem Friedhof näherte, sprang ein Hase voraus und verschwand durch das geschlossene Friedhofsgitter. Buben wurden ihm nachgeschickt, um ihn zu fangen, ehe der Zug zum Friedhof kam. Verfolgt sprang der Hase in das offene Grab und als man ihn herausholen wollte, war er verschwunden. Es war kein gewöhnlicher Hase, sondern die Seele des Pflegers, der nicht Ruhe finden konnte. Ein reger Besitzerwechsel setzte ab diesem Zeitpunkt ein: ab 1857 gehörte das Schloß der Familie Therese und Franz Pepöck, ab 1867 der Familie Anna und Gottlieb Pepöck, ab 1868 der Familie Barbara und Leopold Sieghartsreiter, und schließlich erwarb 1871 die Gemeinde Vorchdorf das Schloß Hochhaus. Gleichzeitig erwarb die Gemeinde auch eine Gasthauskonzession von der Bezirkshauptmannschaft, führte aber das Gasthaus nie in Eigenregie, sondern die geweiligen Pächter sorgten für das leibliche Wohl der Gäste.
1875 übernahm Matthias Mayr das Gasthaus, mit bereits 500 Gulden Pachtbeitrag. Er ließ sich zusätzlich vom Zimmermeister Leeb ein Salettl erbauen. Bis 1891 sorgte er sich um seine Gäste, dann kaufte er das „Hofwirtshaus“ in Pettenbach und verlegte auch seinen Wohnsitz dorthin. Im Jahre 1891 übernahmen Therese und Franz Hörack die Gastronomie. Franz Hörack stammte aus der Familie Eckhart, die Inhaber der Tödtenweizenmühle waren. 1901 pachteten Anna und Josef Hörtenhuber, die Großeltern von Josef Ziegelböck, das Schloß Hochhaus. Im Jahre 1910 übernahm es wiederum Herr Johann Eder, ein Bauernsohn aus Unterhörbach 5. Der Pachtzins betrug damals 1400 Kronen, aber er wurde 1914 um 50 Kronen erhöht, da das elektrische Licht eingeleitet wurde. Außerdem hatte Herr Eder im Jahre 1925 die Obsorge über die Gemeindebrückenwaage übertragen bekommen. Der nächste Pächterwechsel erfolgte 1927, Karl Dickinger war der neue Chef im Schloß. Karl Dickinger war ein Gstöttner – Sohn aus Falkenohren. Wie Sie nun sehen können, war Herr Dickinger einer der längsten Pächter vom Schloß Hochhaus, denn erst im Jahre 1960 übernahm Franz Ziegelböck (der Vater vom Sepp Ziegelböck) das Schloß Hochhaus als neuer Pächter.
Aber nicht nur das - auch eine Schulklasse war, auf Grund von Platznöten, einige Jahre im Schloß ansässig. Ebenfalls war eine Schuhmanufaktur im Schloß, die Firma Prassl, später Köflach-Schuh. Sie produzierte hier vor allem Skischuhe. Im ersten Stockwerk, wo sich heutzutage der Saal, der Gemeinderatssaal und unsere Wohnung befinden, waren früher kleine Wohneinheiten mit Klo und Wasser am Gang. Auch wo heute das Museum ist, waren, wie bereits erwähnt, Wohnungen. Bis zu 7 Familien beherbergte das Schloß! Bis zu 15 Kinder tummelten sich am Schloßplatz, der zu dieser Zeit noch nicht asphaltiert und der Autoverkehr gering war. Am Stockwerk oberhalb des jetzigen Museums war ein Dachboden für alle Hausbewohner eingerichtet. Die Kinder machten ihn aber auch zum Spielplatz und die gelagerten „Schätze“ der Mieter wurden „kontrolliert“ und begutachtet.
Das „Innenleben“ des Schlosses Hochhaus beherbergt wesentliche Räumlichkeiten, die für das öffentliche und kulturelle Leben in der Gemeinde von Bedeutung sind: Saal für öffentliche Veranstaltungen Heimatmuseum Sitzungssaal des Gemeinderates Musikpavillon Der Gedenkstein, links vom Eingang, dürfte ein Grab- oder Gedenkstein für ein Kind sein. Leider konnte uns bis heute noch niemand diesbezüglich weiterhelfen, aber wir lassen uns nicht entmutigen. Anekdoten von ehemaligen Hausbewohnern: Die mächtigen Haustürschlüssel von damals, waren auch vorzüglich, auf Grund der enormen Größe, als Waffe zu gebrauchen. Ob sie diesbezüglich auch wirklich eingesetzt wurden, hat bis heute leider niemand verraten… In den riesigen Waschkesseln, wo zuvor noch die Wäsche eingeweicht und gewaschen wurde, feierten die Kinder anschließend die wöchentliche „Badfete“. Der erste Fernseher im Schloß, ca. 1962, war natürlich eine Novität! Dass gleichzeitig die Olympischen Spiele mit dem Hauptakteur Toni Sailer stattgefunden haben, brachte der damaligen Pächterin Christl Prillinger äußerst zahlreiches zahlendes Publikum. Am Dach des Schlosses, zwischen den Gauben, kletterten die Kinder hoch und es wurde dort oben ausgiebig gespielt. Außerdem hatte man wirklich einen Logenplatz bei den vielen Veranstaltungen am Schloßplatz. Ganz abgesehen von den zahlreichen Sonnenbäder die dort genossen wurden!
Inzwischen schreiben wir das Jahr 2012, viel hat sich verändert hier im Schloß und rund um den Schloßplatz. Aber die Schloß-Lini und den Schloß-Rudi gibt es nach wie vor, ein bisschen älter vielleicht, aber mit dem gleichen Elan wie vor 40 Jahren! Inzwischen hat es, bereits erwähnt, der Sohn Christian übernommen und baut innovativ, aber auf Tradition bedacht, sein Schloß weiter auf. Christian richtete 2002 den Schloß – Keller her, der diente früher als Lagerplatz, jetzt wurde ein kleiner aber feiner Verkostungsraum, Weinshop und Anziehungspunkt für gesellige Runden daraus! Weine aus der ganzen Welt werden hier angeboten, die österreichischen meistens zu AB HOF Preisen, die ausländischen mit einer äußerst kundenorientierten Kalkulation! Trotz allem lässt der Umsatz bei der Brauerei Schloß Eggenberg nicht nach, denn es gibt nach wie vor das beste gezapfte Bier hier! Der Kunde weiß es und genießt! Im Schloß ist jede Schicht vertreten, der Arbeiter kommt auf ein schnelles Menü und ein gutes Bier und die erlesene Tafelrunde genießt feine Köstlichkeiten aus Küche und Keller! So soll es auch sein, so soll es auch bleiben! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Christian Hillinger und sein Team Folgenden Personen möchten wir herzlichen danken, denn ohne ihr zutun hätten wir die Schloß - Geschichte bzw. manche Schloß - Anekdoten nicht so genau auflisten können:
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